Am Sonntag, um 7 Uhr in der Früh, war allgemeine Tagwache. Eine Stunde später versammelte sich die Wandergruppe zum gemeinsamen Morgenessen, das wahrlich währschaft schmeckte und von den Bediensteten des Hotels du Soleil serviert wurde. Eine weitere Stunde später, genau gesagt um 09.15 Uhr, waren wir Abmarschbereit und neugierig darauf, was uns heute denn so erwarten würde. Für unsere Überschwänglichkeit wurden wir dann prompt bestraft.
Das Profil der 4. Etappe
Weil wir plaudernd und wenig auf den Weg achtend einfach den Wanderwegweisern folgten (es gibt bekanntlich verschiedene Routen), schlugen wir auch prompt eine falsche Richtung ein, was wir erst nach rund zwei Kilometern bemerkten. Wir waren von der Normalroute abgekommen und fanden uns viel zu weit östlich wieder. Wir korrigierten dies, indem wir uns strikte in Richtung Westen bewegten. Hätten wir uns nicht verirrt, hätten wir eine fantastische Begegnung nicht gehabt: Wir stiessen auf eine Gruppe, die trommelnd und dudelsackspielend Marschübungen machten (siehe Fotos in der Galerie). Ein unverhofftes, einmaliges Erlebnis. Alles in allem machten wir einen Umweg von viereinhalb Kilometer. Dann waren wir wieder auf dem "richtigen" Weg.
Wir durchquerten Dorf Les Breuleux. Am Dorfrand machten wir unsere Mittagspause an einem sonnigen und windgeschützten Ort. Dies jedenfalls behauptete José. In einiger Entfernung konnten wir von hier aus die Windräder auf dem Mont Soleil ausmachen und wussten, dass wir diese anpeilen würden. Nach der Mittagsrast durchstreiften wir auf unserem Weg Felder und Wälder. Es roch nach frisch geschlagenem Holz und Natur pur. Hatten wir bis hierher noch recht viel Sonnenschein geniessen dürfen, zogen nun bedrohliche Regenwolken auf. Wir mussten damit rechnen, noch vor dem Ziel nass zu werden. Glücklicherweise aber blieben wir verschont. Nur eine ganz kurze Graupelschauer ging über uns hernieder. Wir mussten nicht einmal den Regenschutz anziehen und wurden auch nicht nass.
Ein Aufstieg auf den Mont Soleil folgte. Es waren knapp 300 Höhenmeter zu überwinden, ehe wir in unmittelbare Nähe der Windkraftwerke kamen. Damit war auch das Dach der heutigen Tour erreicht. Nach einem kurzen Abstieg erreichten wir die Standseilbahn, die wir benutzten, weil wir den extrem steilen Abstieg nach St. Imier unseren Gelenken nicht zumuten wollten. Im Bahnhof von St. Imier gönnten wir uns das wohlverdiente Bier, bevor uns die Bahn sicher zurück nach Saignelégier beförderte. Von da traten wir per Auto den Heimweg in die Innerschweiz an.