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12. Etappe: Ramsei-Langnau i.E.

So früh sind wir noch nie aufgebrochen. Bereits kurz nach 6 Uhr sammelte Hans die Trans Swiss Trailers ein. Er fuhr uns zügig durchs Entlebuch und weiter nach Langnau i.E.

Das Auto konnten wir in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs parkieren. Schnell wurde noch Brot für die Verpflegung eingekauft. Dann fuhren wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Ramsei. Unverzüglich machten wir uns auf den Weg. Kaum lag Ramsei hinter uns, mussten wir einen satten Anstieg bewältigen. Gerade richtig für den „warmup“. Wir brauchten auch einen kurzen Warmlauf, um die Orientierung zu finden. Der Weg führte durch die typische Emmentaler- Landschaft, vorbei an gepflegten Bauernhöfen mit Namen wie Ramisberg, Bänzenberg oder Geilisguet. Wir befanden uns wirklich dort, wo sich Füchse und Hasen gutenacht sagen. Beim Geilisguet aber kamen wir unverhofft zu einem Morgenkaffee. In einem kleinen Häuschen, extra erstellt für die Rast der Wanderer, standen Kafeemaschine, Kühlschrank mit Snacks und sogar ein Schnapsgänterli zur Selbstbedienung zur Verfügung. An der Eingangstüre befand sich ein Kässeli, in welches man zur Schuldenbegleichung Geld einwerfen konnte.

 

 

 

Nach kurzer Rast und einem Schwatz mit dem Bauern, der uns erklärte, dass das Rastbeizli von der Grossmutter betrieben würde, ging es weiter des Weges. Das Wetter spielte mit. Es war zwar frühmorgens recht kühl, doch die Sonne wärmte uns, wo immer sie ungehindert auf unsere Häupter scheinen konnte.


Karten und Bilder


In der Nähe von Fluehüsli verpassten wir die Richtige Route. Zufällig war bei einer Abzweigung ein Pfleger der Berner Wanderwege daran, einen Wegweiser neu zu platzieren. Und ebenso zufällig lag eben dieser Wegweiser genau in dem Zeitpunkt am Boden, als wir die Stelle passierten. So geschah es, dass wir halt den falschen Weg erwischten. Irgendwann nach rund einer Viertelstunde merkte unser aufmerksamer Kartenleser Peter, dass etwas nicht stimmen konnte. Wir fragten einen ortskundigen Einheimischen nach dem Weg. Wir marschierten zurück an die ominöse Stelle mit dem Wegweiser, der in der Zwischenzeit wider aufrecht an der richtigen Stelle stand. Das schalkhafte Grinsen des Wegepflegers verriet uns, dass er sehr wohl bemerkt hatte, dass wir eine halbe Stunde zuvor den falschen Weg genommen hatten. Er meinte, wir seien so zielstrebig in die falsche Richtung gegangen, dass er schon wieder fast siche gewesen sei, dass dies unsere Absicht wäre.

Nun, es machte uns nichts aus. Wir hatten genügend Zeit. Auf der Lüderenalp planten wir eine ausgiebige Mittagsrast. Im Bergrestaurant flössten wir uns ein kühles Bier ein. Dann marschierten wir zurück zur oberen Rofrüti, wo wir an einem Rastplatz mit Tisch und Bänken unseren Rucksack um den Mittagsproviant erleichterten.

Kurz vor dem Aufbruch konnten wir bewundern, wie in einem Steilhang Mist angelegt wurde. Auf der Krete stand ein Traktor, der an einem Stahlseil einen zweiten hinunter liess. Und dieser zweite Traktor war mit Mist beladen, der mit der Mistzetter-Einrichtung auf dem Feld verteilt wurde. Wir waren beeindruckt von dieser nicht ungefährlichen Arbeit.

Von beinahe 1200 m.ü.M. begann unser Abstieg in Richtung Langnau. Durch bunt gefärbte Wälder, wo bereits die Holzer Brennholz aufrüsteten, und über Wiesen und umgepflügte Felder wanderten wir durch die herbstliche Landschaft. So kamen wir in Langnau an und fuhren anschliessend mit dem Auto nach Trubschachen (ich glaube, es war Trubschachen), wo wir auf der Terrasse eines Landgasthofes ein kühles Bier tranken und die letzten Sonnenstrahlen genossen.

Am Ende dieser Etappe übernachteten wir erstmals nicht am Etappenort, sondern fuhren nach Ennetmoos zurück. Am Abend gingen wir in der Linde in Stans gemeinsam mit allen Partnern - auch den daheim gebliebenen - essen.

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