Heute konnten wir ein bisschen länger schlafen. Wir fuhren erst um 07.15 Uhr ab, um das Auto dann am Zielort Schangnau zu parkieren und von da mit Bus und Bahn nach Langnau zu gelangen.
Nach dem Start in Langnau, hinter dem Dorf (oder müsste man Städtchen sagen?), ging es auch heute gleich wieder steil hinauf. Nach knapp zehn Minuten Marschzeit gebot Hans anzuhalten und die Rucksäcke abzulegen. Grund: wir hatten soeben die 200 km - Marke auf unserer Wanderung durch die Schweiz erreicht. Hans hatte sich auf diesen Moment vorbereitet. Er hatte am Morgen eine Flasche Wein und Becher für alle eingepackt. Mitten auf dem Wanderweg stehend, prosteten wir uns, voller Stolz auf das Erreichte, zu.
Nach diesem kurzen Intermezzo bewältigten wir den Rest des Anstiegs in der Hoffnung, möglichst bald dem dichten Nebel entweichen zu können. Bei Hohwacht erreichten wir die 1000 m.ü.M.-Marke. Durch schöne Waldwege erreichten wir schon bald Hurnusser, wo wir Mittagsrast machten. Dr ausgesuchte Platz eignete sich besonders gut für unsere Mittagspause, weil er am Wladrand liegt, die Sonne uns wärmte (der Nebel lag inzwischen unter uns) und eine Feuerstelle vorhanden war. Eilig sammelten wir trockenes Holz und fachten das Feuer an, um dann auf der heissen Glut unsere mitgebrachten Würste zu braten. Nach einer guten Stunde machten wir uns wieder auf den Weg. Es folgte der Abstieg nach Eggiwil. Hinter Eggiwil war die Verwirrung komplett. Wir folgten nicht mehr der auf meiner Karte ausgezeichnete Route, sondern folgten den Wegweisern des TST. Steil stieg es wieder bergan. Wir kamen arg ins Schwitzen. Nicht nur wegen der Anstrengung, sondern auch deshalb, weil wir je länger je mehr auf Wegen wanderten, die einerseits schlecht beschildert und anderseits nicht mehr auf unserem Kartenausdruck sichtbar waren. Wer auf der Bilderseite (Link siehe oben) die Karten anschaut, muss nun der blau eingezeichneten Route folgen. Über Steinbödeli und dem oberen Steinboden gelangten wir, immer Höhe gewinnend, zum Pfyffer. Dort machten wir ein Gruppenfoto mit der Schrattenflueh und dem Finsteraarhorn im Hintergrund. Der Weg führte uns am Hof Grosshorben vorbei. Auf diesem Hof gab es eine Alpbeiz, an der wir mit Todesverachtung vorbei gingen, weil wir uns bewusst waren, dass unsere Zeit knapp werden könnte, wenn wir vor dem Einnachten unser Ziel erreichen wollten. Eine halbe Stunde später waren wir auf dem Wachthubel, dem Dach der heutigen Etappe. Nach kurzer Rast begann der Abstieg nach Schangnau, wo wir dann tatsächlich vor der Dämmerung eintrafen. Im Restaurant auf dem Dorfplatz feierten wir das Finale der Etappe, bevor uns Hans sicher zurück nach Ennetmoos chauffierte.