Wetter: Ein wunderschöner Frühlingstag, bis 22 Grad ( Bilder )
Start/Ende: Um 08.00 Uhr/15.30 Uhr in Gola di Lago
Den ersten Teil der Tour habe ich bereits beschrieben. Dieser Teil entspricht genau der Tour auf den Monte Bar. Ich wählte wiederum die Route über die verlassene Alpe Croce. Oberhalb der Alpe Croce, zwischen Caval Drossa und dem Monte Bar kam ich erstmals an die Sonne. Für den Rest des Tages sollte dann die Sonne meine ständige Begleiterin sein.
Beflügeltt durch das fantastische Wetter, nahm ich den Aufstieg auf den Monte Bar unter meine Füsse und bereits nach weniger als einer Sunde genoss ich die Rundsicht vom Gipfel (1816 m ü.M.). Da ich mir für diesen Tag noch einiges vorgenommen hatte, blieb ich nicht allzu lange auf dem Bar. Zügig begann ich den Abstieg über die Ostflanke hinunter zum Passo di Pozzaiolo (1630 m ü.M.). Von da beginnt der recht steile, gleichmässige Aufstieg zum Gazzirola. Auf den letzten 200 Höhenmetern musste ich noch einige wenige Schneefelder queren, was aber nicht allzu anspruchsvoll war. Am Schluss waren fast 500 Höhenmeter überwunden, was mit einer wunderbaren Weitsicht belohnt wurde. Wie so oft, hing ein bisschen Dunst in der Luft, was die Weitsicht aber keineswegs mein Glücksgefühl trübte. Was gibt es schöneres, als auf dem Gipfel zu stehen und die Natur und die Aussicht zu bewundern? Wie erscheinen die alltäglichen Sorgen klein im Anblick dieser gewaltigen Schönheit der majestätischen Bergwelt. Wer sich selber zu wichtig nimmt, sollte des öftern einen Gipfel wie den Gazzirola erklimmen. Der Grenzstein, der die Trennung zwischen Italien und der Schweiz markiert, muss einem lächerlich vorkommen, wenn man die grenzenlose Weite da oben erleben darf.
Ich verweilte fast eine halbe Stunde da oben, ass eine Wurst, trank Saft zur Stärkung und war rundum glücklich. Auf der gleichen Route stieg ich wieder ab bis zum Passo Pazzaiolo, hielt mich von da an aber auf der gleichen Höhe, um querfeldein zu der von weitem sichtbaren Hütte Piandazzo zu gelangen. Von da folgte ich wieder dem markierten Wanderweg bis zur Capanna Monte Bar. Glücklicherweise war die Capanna bereits bewirtet und ich konnte mir ein Bier kaufen. Mit Sergio, dem Hüttenwart, plauderte ich über eine halbe Stunde lang über Gott und die Welt und natürlich über die vielen schönen Touren, die in dieser Gegend möglich sind. Durch die angeregte Unterhaltung vergass ich fast, dass ich doch noch ein recht ansehnliches Stück des Weges vor mir hatte. Also verabschiedete ich mich von Sergio. Dem Weg, der fast schon eine Alpstrasse ist, folgend, kam ich zügig voran und erreichte 45 Minuten später Motto della Croce. Dieses markante Kreuz auf einer ebenso markanten Aussichtskanzel habe ich auf der Bar-Tour schon beschrieben. Ohne weitere Pause wanderte ich hinunter zur Alpe Davrosio und von da wiederum der Alpstrasse folgend hinunter nach Gola di Lago, dem Ausgangspunkt und Ziel meiner Tour.