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Pécian 2661 m.ü.M.

Hoch über der Leventina thront das markante, metallene Gipfelkreuz des Pécian. Der Pécian gehört zur Kette des Pizzo del Sol. 


Von der Autobahn aus ist das besagte Kreuz sichtbar. Und dieses Kreuz faszinierte mich seit einiger Zeit.

 

Am 7. Mai 2011 setze ich mein Vorhaben in die Tat um. José und Peter begeiteten mich auf diese Tour. Um 6 vor 7 Uhr am Morgen fuhren wir in Ennetmoos ab und kamen um 8 Uhr in Lurengo an, wo wir das Auto mitten im Dörfchen parkieren konnten. Praktischerwesie direkt neben dem Wander-Wegweiser. Als Erstes fiel uns auf, dass das Ziel "Pécian" auf keiner der Wanderweg-Tafeln vermerkt war. Erstaunlich! Für uns war das aber kein Problem, weil ich ja die Karten der Tour ausgedruckt hatte. Als Zweites stellten wir fest, dass wir hier schon einmal waren. Nämlich auf dem Trans Swiss Trail, am 29. Mai 2010, genau gesagt auf der 23. Etappe. Die Osteria, in welcher wir damals genüsslich ein Bier schlürften, ist in der Zwischenzeit geschlossen. Davon später mehr.

 

Vom Parkplatz in Lurengo starteten wir also und meisterten den ersten gemütlichen Anstieg zur Cassine di Catto auf 1460 m.ü.M. Obwohl es am Morgen noch recht kühl war, kamen wir schnell auf Betriebstemperatur und konnten schon bald unser Tenue erleichtern. Weiter führte uns der Weg mehrheitlich über  Waldpfade zu einer Aussichtsplattform. Wir hätten leicht Seekrank werden können, so schwankte die Plattform, kaum bewegten wir uns auf ihr. Nach diesem kurzen Trinkhalt erreichten wir nach kurzer Marschzeit die Wegverzweigung beim Boscaiöü auf 1720 m. Dort ist auch ein Hinweis auf die Alpe Chièra auf einen Felsbrocken gepinselt. 

 

 

Pecian_gesamt.JPG

 

Profil/Karten/Bilder

 

Nach dieser Verzweigung stieg der Weg doch merklich steiler an. Das Felsband vor Nei Pini durchwanderten wir ohne dass wir das als Felsband richtig wahrgenommen hatten. Obwohl das Gelände auf der Talseite des Weges steil abfiel. Auf Nei Pini sahen wir zum ersten Mal seit Verlassen der Autobahn wieder den Gipfel des Pécian. Die Gerüche des Bergfrühlings betörten unsere Sinne dermassen, dass wir auf der Alpe Chièra ein bisschen vom Weg abkamen. Wir eilten zielstrebig der Umsetzer-Antenne (Pian Pécian) zu, welche ausgesetzt über der Leventina Richtstrahlsignale empfängt und sendet. Schlussendlich erreichten wir aber dann doch die Pian Pécian, wo wir einen Essenshalt einlegten. Schliesslich wollten wir gestärkt in den gewaltigen Schlussanstieg gehen. Über die Serpentinen, welche um die eindrücklichen Lawinenverbauungen führen, gewannen wir schnell Höhe. Wir mussten noch einigen Schneeresten ausweichen und ein paar Schneefelder durchschreiten. Dann erreichten wir eine knappe Stunde nach der Rast den Gipfel. Ein erhabenes Gefühl kam in uns auf, als wir diesen Rundblick geniessen konnten. Die Sicht war zwar nicht so klar. Aber dies tat unserer Freude keinen Abbruch. Wir tranken den Gipfelwein, den Peter hinaufgeschleppt hatte und verweilten mehr als eine halbe Stunde in der luftigen Höhe des Pécian. Ein paar Schleierwolken zogen auf.

Dann machten wir uns an den Abstieg. Behutsam meisterten wir die heiklen Passagen und erreichten dann die Alpe Chièra. Der Himmel war mittlerweile wieder wolkenfrei. Ab und zu riskierten wir einen Blick zurück zum Gipfel, was uns dann mit tolz erfüllte.

 

Am Ende der Tour wollten wir in der bereits erwähnten Osteria in Lurengo ein Bier trinken. Wir vernahmen vom Eigentümer, dass die Beiz für immer geschlossen sei. Er hatte dann aber ein Herz für uns und tischte uns aus dem privaten Keller ein Bier aus.

 

Auf der Rückfahrt machten wir noch einmal Halt. Bei der Talstation der Ritombahn wollte ich den aktuellen Fahrplan holen. Beim Kioskbeizli kehrten wir bei Chiara Speziale ein. Chiara und ihr Mann Sergio btreiben diese Kiosk-Bar. In typischer Tessiner Manier wurde dort Akkordeon gespielt, gesungen und getrunken. Keine zehn Minuten nach unserer Ankunft wurde uns auch schon ein Limoncello offeriert. Wir sangen mit, tranken mit und assen Käse und Brot. Es herrschte eine so richtig gemütliche Ticino-Stimmung. Wir mussten uns dann aus der gemütlichen Runde losreissen, wollten wir nicht einen kompletten Absturz erleben! 

 

Der Rest ist schnell erzählt: Heimfahrt durch den Gotthardtunnel, Fussballmatch von Luca anschauen (es reichte noch zur 2. Halbzeit), zusammensitzen mit Freunden und um Mitternacht müde ins Bett ...

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