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9. Etappe: Laupen - Niederwagen (Bern)

Der Sonntag kündigte sich in Prachtsform an. Bei ungetrübtem Himmel und sommerlicher Temperatur holten wir nach, was wir gestern unterliessen, als wir schnurstracks Murten passierten und fast keines Blickes würdigten.

Wir durchschritten das Stadttor, den Eingang zu einer sehr gepflegten und hervorragend restaurierten historischen Altstadt. Zuerst begaben wir uns auf die Aussichtsplattform am südöstlichen Rand. Eine fantastische Aussticht auf den Murtensee, den Mont Vully und die grosse Ebene tat sich uns auf. Eine gelungene Gelegenheit, ein paar Fotos zu schiessen. Dann durchstreiften wir die Altstadt und bewunderten das Rathaus, die liebevoll dekorierten Brunnen und die schmucken Gässchen. Hans erzählte, dass er und Trudy vor Jahren auf die Stadtmauer gehen konnten und von oben die Aussicht genossen hätten. So weit er sich erinnere, sei die Mauer öffentlich begehbar. Also suchten wir kurzerhand einen Aufgang. Und siehe da, wir fanden einen. Es war keine Übertreibung: die Weitsicht in die Ferne war unbeschreiblich. Und auch der Blick über die Dächer Murtens war genial.


Profil 9. Etappe


Bilder der 9. Etappe


Nun, die Zeit drängte, hatten wir doch noch einige Kilometer Wanderung zu absolvieren. Einige deckten sich noch Mit frischen Brötchen und Getränken ein. Mit dem Auto fuhren wir dann zurück nach Laupen, exakt an die Stelle, wo wir am Vortag die Etappe beendet hatten. Ein Grossteil der Strecke wanderten wir dicht an den Gestaden der Saane. Bald liessen wir Die Ortschaften Neuenegg und Flamatt, die wir umgingen, hinter uns. Bei einem Campingplatz kurz hinter Oberflamatt benutzten wir eine eingerichtete Fanmeile der Fussball-Europameisterschaft, um Mittagsrast zu machen. Wir wurden von der Campingwirtin mit Bier versorgt. Die Pause dauerte nur kurz.

Im Schutz von schattenspendenden Bäumen und Ufergebüsch kamen wir anschliessend zügig voran. Wir gingen an schmucken Bauernhöfen vorbei, vorbei auch an herrlich duftenden Äckern und Wiesen, bis wir schlussendlich bei Thörishaus nicht mehr dem Flusslauf folgten, sondern die direkte Richtung zu unserem Etappenziel anstrebten. Das heisst: Wir wollten eigentlich schnurstracks in Richtung Oberwangen und Niederwangen marschieren. Ein (unbeabsichtigter) Umweg, den wir unserem sonst tadellosen Kartenleser Peter zu verdanken hatten, führte uns durch den Breitfeldwald, was schlussendlich dazu führte, dass wir Niederwangen von der Westflanke her angriffen. Bei unserer Ankunft am Bahnhof von Niederwangen stellten wir schnell fest, dass wir den Zug, der uns zurück nach Laupen bringen sollte, um wenige Minuten verpasst hatten. Für uns die Gelegenheit, nach einer Wirtschaft Ausschau zu halten. Niederwangen scheint am Sonntag wie ausgestorben und ausserstande, durstige Gäste zu bewirten. So lud uns José bei einem Tankstellenshop zu einer Runde Bier ein, die wir auf der Eingangstreppe eines geschlossenen Wirtshauses genüsslich tranken. Mit den leeren Büchsen veranstalteten wir ein Büchsenschiessen, das von Trudy gewonnen wurde. Der Preis, die übrig gebliebene Bierdose, wurde aber schleunigst von Ruedi eingeheimst. So vertrieben wir uns die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges, der unsere müden Beine zurück nach Laupen transportierte.

 

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