Am Samstag, den 26. Juni 2010, nachdem wir das Auto in Göschenen parkiert und mit dem Zug nach Hospental gefahren sind, genehmigten wir uns einen gemütlichen Morgenkaffee in einem Gartenbeizli. Dann aber ging es los. Das Wetter war grossartig, ein wunderschöner Sommertag. Auf dem gut markierten Gotthard-Wanderweg marschierten wir bergauf in Richtung Gotthardpass. Ein erstes markantes Gebäude war ein sechseckiger Bau, ein Be- und Entlüftungsstollen für den Gotthardtunnel.
Und ein Stück weiter oben überschritten wir zum letzten Mal auf unserem Trail eine Kantonsgrenze.
Grenzüberschreitung zum KantonTessin!
Von nun an werden wir nur noch im Tessin wandern.
Kurz vor dem Gotthardpass lagen noch letzte Schneereste auf dem Wanderweg.
Nach zwei Stunden zügigen Wanderns, erreichten wir auf dem Gotthardpass das Ospizio auf 2091 m.ü.M. Damit hatten wir das Dach unseres Trans Swiss Trail erreicht.
Wir kauften am Kiosk Bier und Mineralwasser und setzten uns an einen bereit stehenden Tisch. Wir erfrischten uns und assen Mitgebrachtes aus dem Rucksack. José und Peter gönnten sich eine Wurst vom Grill. Wir hatten keine Eile. An der wärmenden Sonne machten wir wirklich ausgiebig Mittagsrast.
Der anschliessende Abstieg nach Airolo war teilweise recht steil. Der Wanderweg folgt da in etwa der Tremola, der alten Passstrasse, jedoch nicht auf der Strasse, sondern in der Falllinie.
Ich muss noch eine Behauptung von mir korrigieren: Der Ticino-Fluss entspringt nicht am Gotthard, sondern am Nufenenpass. Der Bach, dem wir auf unserem Abstieg folgten, heisst Foss und mündet bei Airolo in den Ticino.
Jaja, lieber Leser, bei uns kann man auch ungeniert dazulernen! Wer hätte das gedacht .....
In Airolo kehrten wir dann in einem Beizli ein. Unglaublich, aber die Mehrheit der Gruppe wollte nicht im Freien etwas trinken. Es sei draussen zu heiss, klagten sie. Ich dachte, ich sei im falschen Film, fügte mich dann aber dem demokratischen Mehrheitsentscheid.
Von Airolo fuhren wir alle gemeinsam mit dem Zug durch den Gotthardtunnel nach Göschenen zurück. Dort konnten wir ins Auto von Hans und Trudy umsteigen. Hans fuhr uns anschliessend sicher nach Biasca zu unserem Hotel, wo wir Quartier bezogen.
Das Hotel Stazione, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, war einfach aber sauber. Die Zimmer hatten alle Dusche und die Doppelzimmer sogar ein WC. Ja, man gönnt sich ja sonst nicht viel.
Alle waren wieder frisch gestylt, als wir uns im Restaurant des Hotels wieder trafen. Ein Gast, den wir nach guten Essmöglichkeinten fragten, empfahl uns die Grotti in der Nähe des Arsenale. Wir fanden sie auf Anhieb. Es hat dort drei vier Grotti auf engstem Raum.
Wir liessen uns im Grotto del Mulo nieder, assen zuerst als Appetizer eine Tessiner Trockenfleisch-Platte und tranken weissen Merlot dazu. Zum Nachtessen gab es dann Ragout und Reis.
Für Unterhaltung war auch gesorgt. Ein älterer Tessiner holte seine Gitarre aus dem Auto und veranstaltete für uns ein Wunschkonzert mit Tessiner und Italienischen Liedern. Die Stimmung war ausgelassen, wir amüsierten uns köstlich. Die feucht-fröhliche Runde löste sich erst spätabends auf. Glücklich und auch ein bisschen angeheitert, übergaben wir unsere müden Körper den Hotelbetten zur Erholung und Nachtruhe.
Buona notte e sogni d'oro ........